Haferwurzel, unseres Wiesenbocksbarts Schwester, ist eine zweijährige Pflanze mit lauchähnlichen Blättern und violetter Blüthe, die in Südeuropa und Nordafrika wild wächst, aber erst seit Ausgang des Mittelalters in den Garten und erst seit Ende des 16. Jahrhunderts aus Italien nach Südfrankreich gelangte. Die jungen Sprossen dienen als Spargel, „die großen Wurzen aber werden überbrüht, die schwarze Haut davon abgezogen und sie kalt als Salat angemacht oder anstatt Petersilie an Fleisch und Fisch gelegt und mitgesotten“ (Hohberg). Der Geschmack der Wurzel ist ziemlich fade, ihr Anbau geht daher immer weiter zurück. Noch um 1860 war sie in den niederösterreichischen Hausgärten nicht allzu selten, jetzt ist sie so gut wie vollständig daraus verschwunden.