Kaldaunen, in Niedersachsen Kalunen oder Klunen, in Obersachsen Kutteln, heißen die Baucheingeweide der größeren Schlachtthiere mit Einschluß des Gekröses, d. h. der Bauchfellfalten, aber mit Ausschluß der Leber und der Milz. In zoll⸗ bis fingerlange Stücke geschnitten, geben die Kaldaunen die allbekannten Kuttelflecke, die sich durch Nahrhaftigkeit und größte Verdaulichkeit vortheilhaft auszeichnen und daher in der Krankenküche eine der ersten Stellen einnehmen würden — wenn nur ihr Geschmack nicht gar zu weichlich wäre. Bei dem starken Leimgehalte der Kaldaunen sind geröstete Kutteln eine absolute Ungeheuerlichkeit, die aber nichtsdestoweniger immer wieder vorkommt, obgleich jede honette Zunge sich durch dies widerwärtige Gericht tödtlich beleidigt fühlen muß. In der Regel bereitet man daraus Kuttelflecksuppe, die mit Knoblauch gewürzt wird, oder man dünstet sie in Butter. Wiel empfiehlt, sie vorher in Weißwein zu mariniren und dann mit Kapern anzurichten — in der That nicht übel! Uebrigens werden die Kutteln so fabelhaft schnell und gründlich verdaut, daß man um zwei Uhr mit dieser Speise bis zum Bersten gesättigt, doch bereits um vier Uhr vor erneuertem Hunger in Ohnmacht fallen kann.