FeedKarausche oder Bauernkarpfen
TierreichAppetit-Lexikon 1894

Karausche oder Bauernkarpfen, ein ziemlich alltäglicher Bewohner fast aller stehenden und ruhigen Gewässer Mittel⸗ und Nordeuropas und Mittelasiens, hat zwar trotz ihrer Vorliebe für Schlamm und Sumpf ein leidlich wohlschmeckendes und weiches Fleisch, wird aber bei alledem wegen der zahlreichen Gräten und eines etwas süßlichen Beigeschmacks nur wenig geschätzt und kommt auf der bessern Tafel so gut wie gar nicht vor. Exemplare unter ½ kg Schwere sind der Gräten wegen überhaupt nur als Bratfisch verwendbar. In Wien hat sich der Verbrauch an Karauschen während der letzten zehn Jahre in höchst auffälliger Weise vermindert, denn während 1887 noch 13 620 kg auf den Franz Josefs-Quai kamen, wurden 1890 nur noch 2190 kg und 1891 gar nur 1070 kg zugeführt, ohne daß deshalb der Fisch im Preise gestiegen wäre. Er werthet in Oesterreich und Süddeutschland durchschnittlich 0:300 90 Mark, in den westlichen Provinzen Preußens 0·20—0 50 Mark, in den östlichen Provinzen aber ½1½ Mark per Kilo.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 263Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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