Schleihe, auch Schlei, Schlüpfling oder Schuster, in Niedersachsen Slie, eine Karpfengattung, die bis 50 em lang und 4 kg schwer wird und bei exemplarischer Anspruchslosigkeit über ganz Europa verbreitet ist, sich aber keineswegs überall der verdienten Anerkennung erfreut, sondern namentlich in Ungarn (wo man ihn „Zigeunerfisch“ nennt), in Oesterreich, in Süddeutschland und der Schweiz vielfach unterschätzt wird. Allerdings findet sich die Schleihe bei ihrer angebornen Vorliebe für Sumpf und Moder häufig mit dem abstoßenden Schlammgeschmack behaftet; wenn sie aber aus klarem Fließwasser stammt oder nur längere Zeit darin aufbewahrt wurde, so ist ihr weißes, fettes Fleisch von untadeligem Wohlgeschmack und liefert blaugesotten, nach Art der Karpfen, gebacken oder auch gedämpft mit Sardellensauce, anerkennenswerthe und sogar vorzügliche Schüsseln. An Verdaulichkeit steht sie freilich wegen ihres Fetts dem Karpfen nach. Die Laichzeit fällt in das Frühjahr, die Saison umfaßt daher die Monate April, Mai und namentlich den Juni. Auf dem Wiener Fischmarkt ist die Schleihe nicht allzu häufig und werthet wie der Barsch und die Barbe im Durchschnitt 0:7 bis 1•4 Mark per Kilo.