FeedKuchen
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Kuchen ist durch Zusatz von Ei, Milch und Butter nebst Zucker, Mandeln und Rosinen idealisirtes Weißbrot, das in zahllosen Schattirungen auftritt, aber wie alle Ideale etwas schwer verdaulich ist und darum namentlich in frischem Zustande mit Vorsicht und Bedacht genossen sein will-Aus der Heerschaar der verschiedenen Arten, die wieder in noch zahllosere Spielarten zerfallen, seien hier nur die drei Hauptformen genannt: der dünne und flache Blechkuchen, der bei größeren Gelegenheiten bis zu 50 em breit und bis 150 em lang wird, dann der saftig-säuerliche Obstkuchen, ein mit Obstschnitten oder Beerenfrüchten belegter Blechkuchen, der äußerst wohlschmeckend, aber nur bei sorgfältiger Bereitung und gehörig ausgebacken wohlverdaulich ist, endlich der Napf- oder Topfkuchen, der eigentliche Heros der Weißbäckerei, die im glücklichen Wien durchaus auf der Höhe des Jahrhunderts steht und Produete liefert, die sich vollauf mit den berühmten Savarins, Gorenflots, Ammonites, Nohers etc. der Pariser Patisserie messen können.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 294Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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