FeedMeerspinnen
TierreichAppetit-Lexikon 1894

Meerspinnen ist die volksthümliche Bezeichnung für mehrere Arten Bogenkrabben, deren rundliche Erscheinung und ungemeine Marschfertigkeit allerdings weit mehr an die flinke Spinne als an den gesetzten Krebs erinnert. In culinarischer Hinsicht kommen davon besonders drei Arten in Betracht: der in allen europäischen Meeren häufige, 9—12 em lange, mit braunem Rock und schwarzen Scheeren versehene Taschenkrebs, der namentlich von den Engländern hoch verehrt wird; dann die noch häufigere, 4 em lange, dunkel grünlich gefärbte Strandkrabbe, in Venedig gran0 und masanetta, in Hamburg „Taschenkrebs“, an der besonders die Italiener ihr Vergnügen haben, und endlich die etwas minder gewöhnliche, 4—5 em lange, auf braunem Grunde blaugefleckte Sammtkrabbe, die nur in der Nordsee in größerer Menge vorkommt. Die Meerspinnen werden wie die Garneelen verwendet, namentlich dienen sie zu Garnituren und, mit Essig und Pfeffer gesotten, als Salat. Vgl. Garneelen.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 341Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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