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TierreichAppetit-Lexikon 1894

Nase, Näsling, Nösling oder Oesling, auch Zuppe, Kummel, Untermaul, Schnabel oder Schnappel, in Westphalen Schnäpel, im Rheinland unrichtig Makrele und in Ostpreußen nicht minder verkehrt Aesche genannt, eine Karpfenart namentlich des Donau- und Rheingebiets, erreicht zwar eine Länge von 25—40 em und eine Schwere von ½—1 kg, hat aber wenig Löbliches an sich, „dann das Fleisch ist allezeit lind oder blutt (weichlich), gar keines oder ödes Geruchs und voller Gräten, voraus gegen den Schwanz“ (Geßner). Auch der Oberösterreicher Hohberg verweist die Nase auf den Gesindetisch, fügt jedoch hinzu: „Wohlgeschmacker sind sie, wann sie, auf einem Rost gebraten, mit Rosmarin, Oel und Essig eingemacht sind, denn die Gräten werden endlich so weich, daß man sie mitsammt dem Fisch essen kann“. Immerhin hat der Näsling für die österreichische und süddeutsche Volksküche als billiger Bratfisch Bedeutung, da er im Frühjahr, wenn er zum Laichen in die Nebenflüsse tritt, zu Tausenden gefangen und zu ½ bis ½ Mark per Stück verkauft wird.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 369Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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