Porree, Porrey, Suppenlauch, früher auch rundweg Lauch, ist die Culturform des eigentlichen Wildlauchs, dessen Heimat das Mittelmeergebiet mit Einschluß der Azoren bildet. Der Porree gehört zu den ältesten Gemüsepflanzen, denn er wurde wahrscheinlich schon von den Aegyptern, sicher von den Hebräern, Griechen und Römern cultivirt. Durch die letztern gelangte er als ausgeprägtes Culturgewächs nach Gallien und Spanien, steht aber auf der iberischen Halbinsel noch heute weit hinter dem Knoblauch und der Zwiebel zurück, während in Griechenland genau das Umgekehrte der Fall ist. Nach Süddeutschland wurde er, wenn nicht früher, durch Karl den Großen verpflanzt, nach England kam er gleichzeitig mit dem Lattich im Jahre 1562. Von den beiden Haupttypen, dem Winter-Porree und dem zarten Sommer-Porree, baute man in Oesterreich zu Ende des 17. Jahrhunderts nur den letztern im Hausgarten und nannte ihn einfach „Lauch“, während der Winter-Porree nur bei den berufsmäßigen Gärtnern zu finden war und „Porro“ genannt ward. Man benutzte vom „Lauch“ sowohl die Zwiebel wie die Blätter, scheint aber die letztern bevorzugt zu haben und nannte daher die ganze Pflanze auch „Schnittlauch“, wofür dann seit Mitte des 18. Jahrhunderts, als man diese Spielart für sich zu züchten begann, zum Unterschiede vom wahren Schnittlauch die Bezeichnung Perllauch üblich wurde. Der Perllauch ist nichts anderes als ein verkrüppelter Porree, der, durch fortgesetztes Abschneiden der Blätter und Stengel am Fruchttragen verhindert, durch Bildung zahlreicher kleiner Zwiebeln für seine Fortpflanzung sorgt. Der Porree-Name selber drang erst seit dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts ins Volk, hat aber seitdem die Oberhand über alle übrigen gewonnen. Der Porree ist unter allen Zwiebelgewächsen das wasserhaltigste, bei alledem aber reich an Kali und an Phosphorsäure und bildet daher eine der feinsten und beliebtesten Suppenwürzen, ohne die eine rechte Hausfrau keine wahre Gemüsesuppe zu Stande bringen zu können meint.