Rosinen, im deutschen Kinderliede neben Zucker und Mandelkern das Ideal allen Naschwerks, sind gedörrte Weinbeeren, die aus Kleinasien und Südeuropa auf den Markt kommen und als Uvae passae schon den Römern der vorchristlichen Zeit bekannt waren. Man unterscheidet der Größe nach kleine Rosinen, für die aber gegenwärtig die Bezeichnung Korinthen vorgezogen wird, und großeRosinen, ehemals auch M eerträublein genannt, von denen die geringern Sorten abgebeert als einfache Rosinen, die bessern aber vom Fruchtstande ungelöst als Traubenrosinen in den Handel gelangen. Als beste Waare gelten die großen, fleischigen, zuckerreichen Malaga-Traubenrosinen aus Spanien und die zolllangen, platten, entkernten Damascener Rosinen aus Syrien, deren älterer Name Eibeben (angeblich aus dem Inselnamen Cypern entstanden!) noch hin und wieder als Gesammtbezeichnung gebraucht wird. Daran schließen sich die kleinern, aber honigsüßen Sultanin-Rosinen oder Smyrna-Rosinen aus Anatolien, die Massilier-Rosinen aus Italien und der Provence, die Picardan-Rosinen aus dem Languedoc u. s. w. Wie die Mandeln standen auch die Rosinen früher in weit höherm Ansehn als gegenwärtig, wo das norddeutsche Rosinen-Fleisch (gebratenes Rindfleisch mit brauner Sauce, der gleichzeitig Essig und Rosinen zugesetzt werden) das einzige Fleischgericht sein dürfte, bei dem sie noch Verwendung finden. Eine Hauptrolle aber spielen sie noch immer bei der Puddingbereitung, in der Küchenbäckerei, als Dessertobst und — in der Weinfabrication.