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Handwerk & GewerbeAppetit-Lexikon 1894

Korinthen, Staphiden oder kleine Rosinen, heißen die getrockneten Beeren der kernlosen Rebe, die anfänglich nur in der Gegend von Korinth, seit Langem aber auch im ganzen übrigen Griechenland und den Inseln, namentlich auf Zante, Ithaka und Kefalonia gezogen werden. Die reifen Beeren werden im Freien auf einer tennenartig zugerichteten Fläche an der Sonne getrocknet, dann in gemauerte geräumige Behälter geschüttet und darin mit den Füßen festgestampft. Erst zwecks des Verkaufes werden diese Magazine wieder geöffnet und die Waare dann für den Versandt abermals mit den Füßen in Fässer eingetreten, um sie möglichst gegen Luftzutritt zu schützen. Gut gereifte und gut behandelte Korinthen haben eine blauschwarze (nicht röthliche!) Farbe und schmecken allerdings, da sie weniger Zucker und mehr freie Säure enthalten, pikanter als die Rosinen, niemals aber hervorstechend säuerlich. Ihre Verwendung und Verwendbarkeit zu Suppen, Kaltschalen, Backwerk, Saucen u. s. w. ist eine fast unbeschränkte. Die bedeutendsten Plätze für den Korinthenhandel sind Triest und Hamburg.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 287Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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