Trepang heißt der geräucherte Cadaver verschiedener Meergurkenarten, wurstförmiger Mitglieder der sehr interessanten Klasse der sogenannten Stachelhäuter, die im ganzen südasiatischen Inselmeer zwischen Sumatra bis Neu-Guinea in 5—9m Tiefe auf sandigem Grund zu Hause sind, dort von regelrecht, wenn auch ziemlich primitiv ausgerüsteten Fischerflotten aufgesucht, eingefangen, zunächst mit Tarroblättern in Seewasser, dann in süßem Wasser gesotten, endlich auf Hürden über schmauchendem Feuer gründlich getrocknet und zum Schluß für den Versandt in Säcke verpackt werden. Die empfindlichen Thiere schnurren bei dieser etwas summarischen Behandlung um die Hälfte und sogar um Dreiviertel ihrer Länge ein, die Käufer, die Chinesen, schätzen die Waare jedoch überhaupt nicht nach der Größe der Stücke, sondern nach ganz andern, durchaus mysteriösen Eigenschaften, von denen eben nur ein Chinese sich einen Begriff machen kann. Die nach Europa gelangenden Stücke wiegen zwischen 125—400 g, scheinen aber ausgesuchte Waare zu sein, da man in China 1100 Stück auf den Pikul (61½ kg) rechnet, das Durchschnittsgewicht also nur 56 g beträgt. Für den Küchenzweck wird der Trepang in erster Linie gereinigt, d. h. man kratzt mit einem Messer die äußere kalkige Schicht ab, dann 24 —48 Stunden in Wasser gelegt, wobei er ins Aufquellen geräth und eine Farbe annimmt; sodann wird die Wurst aufgeschlitzt, von den Eingeweiden befreit, gründlich ausgewaschen und endlich in nudelförmige Streifen und mit allen möglichen Gewürzen zu einer kräftigen Bouillonsuppe verkocht. „An sich haben die Trepangs, so wenig wie die Vogelnester, keinen eigenen Geschmack. Es sind weiche, milchig aussehende Gallertklumpen, die von den Europäern ihrer leichten Verdaulichkeit, von den üppigen Chinesen aber wegen der ihnen zugeschriebenen Reizwirkung genossen werden“ (Semper). Uebrigens ist dieser eigene Genuß auch in Europa um ein Billiges zu haben. Die größern Delicatessenhandlungen (z. B. S. Pollak in Magdeburg) liefern das Exemplar schon zu 2 Mark.