Uckelei oder Weißfisch, in Niedersachsen Icklei oder Witing, ist der gemeinsame Name dreier am Bauch mit silberglänzenden Schuppen bekleideter Fischchen vom Karpfengeschlecht, die in fast allen stehenden und langsam fließenden Gewässern nördlich der Alpen überaus häufig sind und die schon Hohberg in einem Athem zusammen nennt, indem er schreibt: „Die Lauben, Weiß- und Schneiderfische laichen im Majo und Junio und werden im Attersee im Strich zu Tausenden auf einen Zug gefangen“. Am bekanntesten und häufigsten unter den dreien ist der Lauben, auch Spi tz- oder Donaulauben, in der Schweiz Lauck, Lauge oder Agönen, in Süddeutschland Laugele oder Albe mit stahlblauem Rücken und von schlanker Gestalt, wodurch er sich von dem beinahe ebenso häufigen Schußlauben, Schneiderfisch oder Schuster, auch Alandbleke genannt, unterscheidet, der wie er eine Länge von 10—12 cem, aber einen gedrungenern Bau und einen dunkelgrau gefärbten Rücken hat. Der dritte im Bunde ist der Seelauben oder Schiedling mit dunkelgrünem Rücken und von 15—25 em Länge, der größte der ganzen Sippe, der vorzugsweise die Seen vom Baierlande ostwärts bis zur Krim bewohnt und zur Laichzeit in großen Mengen gefangen wird. Alle drei Fische gehören bei 725/¾ 7, Wasser⸗ und 874 Schmergehalt zu den Fettfischen, haben kein ganz unschmackhaftes, aber überaus grätiges und etwas trockenes Fleisch, sie gelten daher für minderwerthig und kommen in der Regel mit den Bratfischen zusammen unter dem Sammelnamen Weißfische auf den Markt. In Wien wird das Kilo dieser Weißfische mit 25—85 Pfennige bezahlt. Seit 1891 werden jedoch auf dem Wiener Fischmarkt die Donaulauben von den übrigen Weißfischen abgesondert und zu 10 Kreuzer (17 Pfennig) per Kilo verpfundet.