FeedAalraupe
TierreichBrockhaus 1882

Aalraupe, Aalquappe, Trüsche (Lota vulgaris), ein zu der Familie der Schellfische (Gadoidei) gehörender Fisch mit breitem, plattgedrücktem Kopfe, an dessen Kinn ein Bärtchen sitzt, braun und gelb marmoriertem Leibe, sehr kleinen Schuppen, zwei Rückenflossen, Schwanz⸗- und Afterflosse, großen Brustflossen und an der Kehle sitzenden kleinen Bauchflossen. Die A. wird bis Im lang und 7/5 kg schwer und hat den weiten Rachen mit bürstenförmigen Zähnen besetzt. Sie findet sich in ganz Mitteleuropa und Mittelasien in klaren Gewässern, in der Schweiz bis zu einer Höhe von 1850 müber dem Meere (Engstlensee), und ist ein arger Raubfisch, der am Boden hinschleicht, gern den Laich anderer Fische frißt und sich leicht in Fischtrögen halten läßt. Man fängt ihn meist in Netzen und Reusen, weniger mit der Grundangel. Im Mittelalter alt die A. ihres weißen, zarten und doch festen Fleisches wegen für den besten Fisch der daen Diseen und wurde selbst der Forelle vorgezogen. Die roße, zarte Leber wird an einigen Orten in ähnicher Weise wie die Gänseleber zu Pasteten verarbeitet, welche +1 im Preise stehen und von Fein3.r vielen den Gänselebern vorgezogen werden, trotz er vielen Eingeweidewürmer, die sich meist in der Leber eintapfein und als weiße, oft erbsengroße Punkte erscheinen. Das Leberfett, Aalruttenöl, wird bisweilen als Arzneimittel gebraucht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 7Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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