Auffgelauffener Koch von Kalbs-Lebern. Lasset 2. schöne Kalbs-Lebern am Feuer gar kochen, und wenn sie wieder kalt, auch auf einem Reib-Eisen gantz klar gerieben worden, so thut sie in ein Casserole, schlaget etliche Eyer dran und rühret solche durcheinander auf dem Feuer ab, daß die Eyer unter der Leber gar werden. Ferner rühret dieses mit 12. Eyern in einem Reibasch auch wohl ab, lasset zergangene Butter drunter lauffen, und rührets wieder glatt ab: NB. Ihr dürfft euch des vielfältigen rühren nicht verdriessen lassen, wenn ihr anders dergleichen Koch gut und schön haben wolt. Darnach schlaget wohl noch 10. biß 12. Dotter hinein, rühret es wiederum eine Viertel Stunde, werffet Gewürtz, und sechs Viertel Pf. Zucker dazu, und rühret es abermahl noch eine weile. Meynet ihr nun, daß es gnug gerühret worden, so thut es in den auffgesetzten Reiffen, denn ihr vorhero mit Butter starck habt beschmieren sollen, denn sonst möchte der Koch vom Reiffen nicht ablassen: streichet den Koch oben fein glatt zu, backet ihn fein gemählich im Ofen oder in einer Torten-Pfanne, biß er gnug hat. NB. Dieser Koch muß sehr warm auf die Taffel gegeben werden, denn so bald er erkaltet, wird er harte und unangenehm zu essen.