Dill, Anethum, Anet, ist ein Gartenkraut, so die Kraft zu erwärmen und zu zertheilen hat. Unser Koch brauchet zwar dieses Kraut nicht sonderlich, ausser bey Einmachung der Gurcken, an andern Orten aber wird es als ein gutes Küchenkraut beliebet. Tabernæmontanus weiß dieses Kraut in seinem Kräuter-Buche nicht gnug zu loben. Er schreibet Lib. l. p. 166. hiervon also. Es haben die Alten, wie der Poet Virgilius in Alexi bezeuget, eine Salsen von Dillkraut, Qvendel und Knoblauch unter ein ander gestossen, und solches den Schnittern fürgestellt. Und ist zwar das Dillkraut und sein Samen noch heutiges Tages in unsern Küchen des Teuschlandes sehr gemein, und den Armen eine nützliche Würtze, das grüne Kraut wird an Suppen und Gemüß nützlich gebraucht, und giebt demselben einen guten Geschmack. Mit denen Samen machet man die jüngsten Cucumern ein, so brauchen ihn auch die Weiber zum Kappeskraut, wenn sie das übers Jahr zu brauchen einsaltzen, welches ihn nicht allein einen guten Geschmack giebt, sondern es benimmt ihm auch die Windigkeit, und machet es desto verdaulicher: desgleichen wird der, Same nützlich gebraucht, das Fleisch damit einzumachen, und zu den Würsten; davon denn alle solche Speisen einen anmuthigen Geschmack bekommen, und auch desto verdaulicher werden. In Summa, unsere Weiber und Köche können der Dille in ihren Küchen keinesweges entbehren.