Rinds-Zunge mit grossen Rosinen, Wenn die Zunge abgekocht und vorbeschriebener maßen zugeputzet ist, so schneidet solche nach der Länge flach entzwey in 6. biß 7. Stücken, thut sie in einen Tiegel oder Casserole, würtzet sie mit Ingber, Pfeffer, Nelcken, Citronen-Schalen, thut eine Hand voll grosse und so viel kleine Rosinen, wie auch länglicht klein geschnittene Mandeln darzu, brennet ein wenig braun Mehl daran, giesset Rind-Fleisch-Brühe, auch Wein und Eßig darauf, und lasset es kochen. Wenn es nun ziemlich kurtz und dicke eingekocht ist, so reibet Zucker daran, und lasset sie noch ein wenig kochen. Hernach ist sie fertig, und könnet ihr solche nach Belieben anrichten.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1641–1642Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0