FeedRübe
PflanzenreichFrauenzimmer-Lexicon 1715

Rübe, Rapa, Rave, ist ein bekannt Wurtzel-Gewächs, welches in einer Haußhaltung viel Nutzen schaffet. Sie werden in weisse, rothe, gelbe und Steck-Rüben eingetheilet. Die Weissen geben ein gut Zugemüs, oder man kochet sie öffters an Fleisch, auch an gewisse Fische; die rothen kochet und machet man mit Eßig, Kümmel und Meerrettig ein, und setzet sie bey Gebratens auf; die gelben und Steck-Rüben werden auch entweder als ein Zugemüs, oder an Fleisch gekochet und aufgesetzet; die welcken oder getreugten Rüben setzet man zum geräucherten oder Treuge-Fleische zuweilen auf. Uberhaupt erwecken die Rüben alle viel Blehungen, in welchem Absehen auch allezeit Kümmel darzu gethan wird, vermehren aber doch die Feuchtigkeiten im Leibe; wiewohl sie auch zu gewissen Beschwehrungen dienlich seyn sollen, indem sie wegen vorgedachter Feuchtigkeit den Leib offen halten. Wer sie geniessen will, der gehe, wie in allen Dingen, die Mittelstrasse, und brauche sie mäßig, so werden sie ihm keine Beschwehrung verursachen, zumahl wer den Leib durch eine purgation zur Herbst-Zeit zuvor gereiniget hat.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1666–1667Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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