Auster, Ostrea, Huitre, die Austern find im Winter am fettesten, und lassen sich auch am besten versenden; dahero werden sie um selbige Zeit von denen Liebhabern am meisten genossen. Man will sie zwar unter die gesundesten Speisen nicht zehlen, weil ihr Fleisch kalt, feucht und unartig; gleichwohl aber ist nicht zu leugnen, daß sie ein gutes Mittel die scorbutischen Feuchtigkeiten gelinde abzuführen, wie schon oben beym Aal ist angeführet worden. In denen See-Städten isset man bey einen Glas Wein sie gern roh, dabey Citronen- oder Tamarinden-Safft, Ingber, Pfeffer gebrauchet wird; jedoch sind die gebratenen wohl die annehmlichsten, wer Unverdaulichkeit liebt; am besten und gesundesten aber die rohen; da das Feuer daran nichts verderbet. Ein Koch hat sich nach dem Appetit des Liebhabers zu richten, und kan er seinen Küch-Zedel also machen, daß er die Austern bald roh, bald auf eine andere Art zubereitet, auftragen lasse. Unser Küch-Meister lehret 1) Austern zuzurichten, 2) selbige roh zu geben, 3) Austern zu vermehren, 4) Austern wie Gänse-Lebern zu machen, 5) Fässel-Austern zuzurichten, 6) Austern mit Sauerkraut zubereiten.