FeedServietten, oder, Teller-Tücher
Haus & KücheFrauenzimmer-Lexicon 1715

Servietten, oder, Teller-Tücher, Seynd diejenigen meistens in das Gevierdte von Damast, Zwillig oder Stangen-Leinwand geschnittenen und umsäumten weissen Tücher, so man bey dem Tisch decken auf die Teller herum leget, und woran man sich bey dem Essen Mund und Hände zu wischen pfleget. Bey Hochzeiten oder vornehmen Gastereyen werden sie noch hier und dar gebrochen oder frisiret, meistentheils aber heut zu Tage über die Teller in allerhand nur auffgerollte, und in einander geschlagene Figuren und Formen geleget oder auffgesetzet. In Holland werden die feinen und saubern Serviettren in absonderliche und nach jeden Stücke abgetheilte Muster gewebet und gebracht.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1840–1841Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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