Gans wilde im Eßig zu peitzen, Erst muß sie rein gemachet, und dann ziemlich gepriegelt werden, damit selbiger die Beine entzwey gehen. Hierauff besprenget sie mit Saltz, leget sie auf einen Roft, und lasset sie ein wenig anlauffen. Nach diesem leget selbige in ein Geschirr, nebst Lorbeer-Blättern, Roßmarien, Thymian und etlichen gantzen Zwiebeln, giesset so viel Eßig drauff, daß solcher über die Gans gehe, und lasset ihr alle 3. Wochen frischen Eßig geben, so wird sie recht mürbe und in die Pastete zu schlagen tüchtig werden. Ihr könnet sie wohl ein halb Jahr lang in Eßig liegen lassen, sie verdirbt nicht.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 618–619Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0