Bockshorn, Fenugrec, Griechisch Heu, Dieses ausländische Sommer-Gewächs, welches die Winter-Kälte bey uns nicht wohl vertragen kan, wird unter die mehresten Pferde-Artzeneyen mitgenommen, wiewol es bey gewissen menschlichen Kranckheiten und Zufällen innerlich und äusserlich auch mit Nutzen gebraucht wird. Es sind dessen zweyerley Geschlechter, nemlich das zahme, welches gedachter Massen zur Artzeney gebraucht wird, und das wilde. Das zahme, welches durch den Saamen in den Gärten aufgezogen wird, hat einen zarten, runden, bräunlichten und holen mit vielen Neben-Zweigen versehenen Stengel, welcher etwan zwey Ellen hoch, und mit vielen zerkerbten Kleeblättern besetzet ist. Die Blümlein sind bleich-weiß, aus denselbigen wachsen lange, spitzige, etwas krumme mit einem starckriechenden viereckigten gelben Saamen angefüllte Schoten, deren zwey neben einander allezeit ein Bocks-Gehörne vorstellen, dahero auch dieses Gewächse seinen Nahmen bekommen. Die Wurtzel ist lang, gelb und zasericht. Es will ein fettes Erdreich, und einen gegen Aufgang der Sonliegenden Platz haben, auch alljährlich im Frühling gesäet seyn, da es denn im Junio und Julio blühet, und im August-Monat den Saamen zur Zeitigung bringet. Das wilde Bocks-Horn ist kleiner als das vorige, und der Stengel bisweilen drey qver Hände hoch: Die Blätter stehen ebenfalls, wie die am zahmen Bocks-Horne, als Klee-Blätter beysammen, zwischen denen es seine krummen Blumen an dem gantzen Stengel träget, die Schoten sind auch kürtzer, iedoch breiter. Der Saamen ist kleiner, und die Wurtzel lang, holtzigt und schoßreich.