Colophonium, Geigen-Hartz, kommt her von Hartz und Terpentin. Vorher kan mit Nutzen das Oel und der Spiritus davon gezogen, hernach erst von dem, was zurück geblieben, das Colophonium eingekocht werden. Solche Kochung muß in freyer Lufft geschehen, sonsten zündet es die Gemächer an. Das schönste und beste wird von Terpentin gemacht. Das von dem Colophonio zubereitete Oel stillet die Schmertzen und kan innerlich und äusserlich gebraucht werden; Jtem wenn man das Colophonium unter das klare Schießpulver thut, (nachdem es vorher in Spiritu vini eingeweichet, und wieder getrocknet worden) hat es die Krafft, das Pulver mercklich zu stärcken, und noch einmal so weit zu treiben, so ein Arcanum ist.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 382–383Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0