Pappenheim, Kleine Stadt und Schloß am Fluß Altmühl, und die Hauptstadt in der Grafschafft Pappenheim in Schwaben im Landstriche Hanenkam an den Fränckischen Grentzen. Die Grafen von Pappenheim sind Erb-Marschälle des H. Römischen Reichs; solches Erb-Marschall-Amt verwaltet allezeit der älteste von der Familie, sowol auf dem Reichs-Tage, als bey Kayserlichen und Königlichen Römischen Wahlen und Crönungen, ohne daß die Succession der Linie oder eine andere Repræsentation dagegen stat finde. Sie haben mit den Grafen von Rechberg einen Stamm-Vater, nemlich Ernestum. Marschalln von Calatin und Pappenheim, welcher ums Jahr 1160 dieses Zeitliche gesegnet. Dieses vortrefliche Reichsgräfliche Haus zehlet viele im geistlichen Stande berühmte Personen, welche als Bischöffe verschiedenen Stifftern in Deutschland vorgestanden: Auch fehlet es demselben nicht an Kriegs-Helden, unter welchen sonderlich der tapfere und kluge General der Catholischen Ligue, Gottfried Heinrich, Graf von Pappenheim, berühmt ist. Ehemals theilten sie sich in die Catholische und Evangelische Linie, davon aber jene mit Grafen Ludòvico Francisco, des H. R. R. Ertz-Marschalln, 1697 abgestorben ist. Die Reichs-Grafen von Pappenheim führen im Wappen den schwartzen doppelten gecrönten Reichs-Adler aus Kayserlicher Vergünstigung; 2 rothe über einander gelegte Schwerdter im schwartz und silbernen Felde, wegen des Erb-Marschall-Amtes im Röm. Reiche; 3 Reihen blau und silberne Eisen-Hütlein, als das Pappenheimische Stamm-Wappen. Oben sind 2 gecrönte Helme: der eine führet 2 creutzweis gesteckte Fahnen, darauf das Erb-Marschall-Amt bemercket; auf dem andern ruhet eine halbe Mohrin in güldener Kleidung und Krone, ohne Arme, wegen Pappenheim.