FeedZeisig, Erlen Finck
TierreichRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Zeisig, Erlen Finck, Ein kleiner Wald-Vogel, grünlich auf dem Rücken, und gelbe am Leibe, mit einem schwartzen Fleck auf dem Kopffe und an der Kehle; die Flügel sind gantz dunckelgrün, der Schwantz ist wie die Fliegfedern, doch zu beyden Seiten mit gelben Spiegeln gezieret. Von seiner Brut ist nichts gewisses zu sagen. Sie fliegen Hauffen-weise, und zur Winters-Zeit ziehen sie meistentheils weg; ihr Strich geht im October an, da es der Mühe werth, einen besondern Herd zu schlagen, und sie mit unausgedroschnem Hanfe anzukörnen, wodurch man in wenig Tagen eine unbeschreibliche Menge fangen kan: hat man eine gantze Schaar auf einmal gefangen, und lässet etliche davon aus, so ziehen sie andere herbey, daß man den zweyten und gar den dritten Zug in kurtzen thun kan. Jm November währet der Fang meistens fort, im December nimmt er auf einmal ab: Jm Januario hebt sich der Wiederstrich an, und im Februario stellen sie sich mit grossen Schaaren ein: Jn welchem Monat und im Martio man nur einen eintzigen Lock-Zeisig im Vogelbauer nahe bey Erlenbäumen stellet, da sie sich dergestalt sammlen, daß in etlichen Tagen 3 bis 400 auf einmal gezogen werden können. Jm April werden die Leimruthen nebst einem Lockvogel auf eine Kletter-Stange mit Nutzen gebraucht.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2352Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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