Hedlinger (Joh. Karl), ausgezeichneter Stempelschneider des 18. Jahrh., geb. zu Schwyz 28. März 1691, erlernte die ersten Anfänge der Kunst bei dem Münzmeister Krauer, dem er nach Luzern und nach Pruntrut folgte, wo er sich zuerst in Porträtmedaillen versuchte. Zu seiner weitern Ausbildung ging er hierauf nach Nancy, dann nach Paris, 1718 nach Stockholm, wo er Direktor der königl. Münze wurde. Von 1726 bis 1728 hielt er sich auf Urlaub in Italien, 1735—37 in Petersburg auf. Von 1741 bis 1744 lebte er in der Schweiz, wohin er auch 1745, nachdem er in Stockholm seine Entlassung genommen, zurückkehrte. Er starb in Schwyz 14. März 1771. H. war einer der größten Meister seines Fachs, in der Technik vielleicht der ausgezeichnetste seit dem Erlöschen der antiken Kunst. Seine Köpfe sind ohne die Derbheit des Naturalismus doch von treffender Charakteristik. Das Fleisch, die Gewandung, die Haare sind mit unerreichter Schönheit und Leichtigkeit dargestellt. Die Mängel H.s sind die seiner Zeit, nämlich unschöne Allegorien und Sinnbilder auf den Rückseiten. Aber auch da steht er, abgesehen von der vollkommenen Technik, hoch über den meisten Zeitgenossen. Gute Abbildungen seiner vielen Werke enthalten die „Oeuvres du chevalier H.o (herausg. von Mechel, Bas. 1775). Unter seinen Schülern sind Fehrmann, Nik. Georgi und Dan. Hasling zu erwähnen.