Herbert (John Rogers), Maler, geb. zu Maldon in Essex 23. Jan. 1810, studierte an der Akademie in London und wurde bald sowohl als Historienmaler wie auf dem Gebiete des Porträts und Genres bekannt, vornehmlich aber in den Kreisen des Hofs beliebter Bildnismaler, wozu das Porträt der Prinzessin Victoria ihm den Weg Hen Gei hatte. Seine ältern Werke sind im archaistischen Geschmack jener Epoche gehalten, doch sehr gut gezeichnet, so das Stelldichein (1835) und eine Reihe geschichtlicher Motive und Scenen aus Byron (Haydee), Desdemona u. s. w. In den vierziger Jahren erhob sich der Künstler zu großartigern Schöpfungen teils genrehaften, teils histor. Inhalts, wie Thomas Morus und seine Tochter, die Bekehrung der heidnischen Einwohner der Bretagne, Johannes vor Herodes, Papst Gregor lehrt den Kirchengesang (1845). Er war um jene Zeit zur röm. Kirche übergetreten. Als der großartige Bau des neuen Parlaments vollendet stand, erhielt H. die Ausschmückung der Innenräume mit großen Wandgemälden aus der Bibel, worunter Moses, vom Sinai herabstei-Det Salomos Urteil, Daniel in der Löwengrube esonders hervorzuheben sind. Im J. 1846 wurde er Mitglied der Akademie. Er repräsentiert für England dieselbe religiöse, altertümliche Richtung der Malerei, welche in Deutschland in der gleichzeitigen Erscheinung des Nazarenertums zu Tage trat.