FeedHegemonie (grch.)
GeschichteBrockhaus 1882

Hegemonie (grch.), eigentlich Oberbefehl oder Obergewalt, nannte man in Griechenland namentlich die diplomatische und militärische Führung, die einem einzelnen Staate wegen seiner Machtfülle, Tapferkeit und Kriegserfahrung seiner Bürger von einer Anzahl anderer Gemeinden eingeräumt wurde. Zuerst trat Sparta, nachdem es seit der Mitte des 6. Jahrh. v. Chr. der Vorort der peloponnes. Staaten geworden war, zur Zeit der Perserkriege an die Spihe von Hellas, indem damals die meisten griech. Staaten seiner Führerschaft sich unterordneten. Doch entstanden bald Spaltungen in dieser Verbindung. „Sparta geriet seit 461 in Konflikt mit dem seemächtigen Athen, welches selbst seit 476 an der Spitze eines großen Inselbundes stand, und nun den Spartanern überall als ebenbürtige Macht die Spitze bot. Erst als die Macht Athens im Peloponnesischen Kriege gebrochen war (404), konnten die Spartaner ihr früheres übergewicht wiedererlangen. Unter Epaminondas' Fuhrung machte hernach Theben, welches Sparta in der Schlacht bei Leuktra (371 v. Chr.) demütigte, eine Zeit lang mit Erfolg den Versuch, die H. an sich zu ziehen. Nach Epaminondas Tode riß dann bei dem unaufhörlichen innern Hader der Griechen König aht 5evon Macedonien als Sieger in der Schlacht bei Chäronea (338 v. Chr.) die H. an sich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 16Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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