Heider (Gust. Adolf, Freiherr von), verdienter Forscher auf dem Gebiete der mittelalterlichen Kunst, geb. 15. Okt. 1819 zu Wien, erhielt nach Beendigung seiner jurist. Studien auf der dortigen Hochschule eine Anstellung als Adjunkt an der Bibliothek der Akademie der bildenden Künste, wurde 1850 Konzipist im Handelsministerium, bald darauf im damaligen Ministerium für Kultus und Unterricht, stieg 1854 zum Ministerialsekretär auf und erhielt 1861 die Leitung des Kunstreferats. Seine Ernennung zum Sektionsrat und Kunstreferenten im Unterrichtsministerium erfolgte 1863, und 1866 wurde er zum Präsidenten der Akademie der Künste gewählt; er bekleidete dieses Ehrenamt bis 1873. In diesem Jahre wurde er zum Sektionschef befördert und mit der Leitung der Abteilung für Universitäten und Mittelschulen betraut. Bei seinem 1880 erfolgten Übertritt in den Ruhestand wurde er in den österr. Freiherrenstand erhoben. Unter seinen schriftstellerischen Arbeiten sind hervorzuheben: liber Tiersymbolik und das Symbol des Löwen in der christl. Kunsto (Wien 1849), «Physio— logus. Nach einer Hands chrift des 11. Jahrh.»(Wien 1851), Die roman. Kirche in Schöngraberno (Wien 1855), (Der Altaraufsatz im Stifte Klosterneuburgo (Wien 1860), ein schätzbarer Beitrag zur Typologie. In den Beiträgen zur christl. Typologie aus Bilderhandschriften des Mittelalterso, die sich in dem von H. längere Zeit redigierten Jahrbuch der Centralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmaley (Bd. 5) finden, erfuhr dieser Stoff zum ersten mal eine wissenschaftliche Behandlung. Eine Reihe von Aufsätzen enthalten auch die auf seinen Antrag ins Leben gerufenen Mitteilungen der k. k. Centralkommissiono und die von ihm mit Eitelberger herausgegebenen „Mittelalterlichen Kunstdenkmale des österr. Kaiserstaatsv (Stuttg. 1855 fg.).