Heilmittel, im weitern Sinne alles, was zur Beseitigung und Heilung von Krankheiten und Störungen jedweder Art benutzt wird, im engern Sinne die in den Apotheken bereiteten Arzneimittel oder Medikamente. Man pflegt folgende Klassen von H. zu unterscheiden: 1) die pharmaceutischen Heilmittel oder Arzneimittel(s.d.), chemisch wirkende Stoffe, welche teils dem Tierreich, teils dem Pflanzen-und Mineralreich entnommen werden und hinsichtlich ihrer physik. und chem. Eigenschaften, ihrer Anwendung und Wirkungsweise die größte Verschiedenartigkeit darbieten; 2) die diätetischen Heilmittel, welche teils für sich allein, teils in Verbindung mit andern H. angewendet werden und in vielen Fällen mehr vermöen als alle übrigen H. zusammengenommen; hierer gehören die zweckmäßige Wahl der Nahrungsmittel und Getränke (s. Diät), gehörige Hautpflege durch Bäder, Waschungen und? breibungen, die Beschaffung einer möglichst reinen sauerstoffreichen Luft Land⸗ und Waldluft, klimatische Kuren), geregelter Schlaf, sowie gehörige Ruhe und Schonung des kranken Körperteils, ferner zweckmäßige Bewegungen (s. Heilgymnastih) u. dgl. m.; 3) die physikalischen Heilmittel, we in den erkrankten Organen und Geweben rein physik. Veränderungen hervorrufen und dadurch unter Umständen gewisse pathol. Veränderungen zu beseitigen im Stande sind; hierher zählen die Kälte und die Wärme in ihren verschiedenen Anwendungsweisen, die Elektricität (s. Elektrothera— pie), die Einatmung komprimierter Luft 1 d.) u. a.; 4) die chirurgischen oder mechani chen Heilmittel, solche Stoffe und Gerätschaften, welche, mit dem Körper in Berührung gebracht, eine rein mechan. Wirkung auf denselben ausüben, wie die zahlreichen Instrumente, deren sich der Arzt bei der Vornahme chirurgischer Operationen bedient, die verschiedenartigen Verbandstoffe und Bandagen, orthopädischen Apparate u. dgl. Die Lehre von der Anwendung und Wirkungsweise der 5. ½ man als Heilmittellehre oder Phar— makologie zu bezeichnen.