FeedHygisa
HeilkundeBrockhaus 1882

Hygisa ist auch der Rame des 10. Asteroiden. lehre oder Hygieine (grch.), Gesund⸗ — 4 ehre, Gesundheitskunde ist derjenige il der Medizin, welcher lehrt, wie man den physiol. (Natur⸗) Gesetzen gemäß leben, somit die esundheit erhalten und die Lebensdauer verlänern soll. Die allgemeine H. oder öffentliche Geundheitspflege, die Sorge für die Gesundheit der bürgerlichen Gesellschaft, ist Gegenstand der Staatsarzneikunde und beschäftigt sich mit den Gegenständen, welche Einfluß auf den Gesundheitszustand der ganzen Bevölkerungsmasse haben, insonderheit auf die Entstehung, Ausbreitung und Bekämpfung der Volkskrankheiten oder Seuchen (s. Gesundheitspflege), wohingegen die besondere oder private H., welche auch den Namen Orthobiotik oder Eubiotik * h. die Kunst, richtig zu leben), weniger gut Makrobiotik (d. h. die Kunst, lange —* leben) führt, die den einzelnen Menschen tresfenen und von diesem selbst abhängigen Ursachen der Gesundheitsstörung (wie Unmäßigkeit, mangelhafte Reinlichkeit u. dgl.) erforscht und im wesentlichen mit der Diätetik (s. Diät) zusammenfällt. über die private H. vgl. Hufeland, Makrobiotik oder die Kunst, das menschliche Leben zu verlängerno (Berl. 1796; 8. Aufl. 1860; neu bearbeitet von Steinthal, 1873); Hartmann, «Glückseligkeitslehre für das physische Leben des Menschen» (Wien 1808; neu bearbeitet von Schreber, 10. Aufl., Lpz. 1875); Oesterlen, «Handbuch der H., der privaten und öffentlichen» (3. Aufl., Tüb. 1876); Riant, Legons d'hygièner (Par. 1873; deutsch von Albu, Berl. 1874); Uffelmann, «Handbuch der privaten und öffentlichen H. des Kindeso (Lpz. 1882). Hyginus (Gaj 5 Julius), röm. Grammatiker im Zeitalter des Augustus, Schüler des Alexander Seaene und Freund des Ovid, war ein Freigelassener des Kaisers, der ihn sehr hoch schätzte und zum Vorsteher der Palatinischen Bibliothek ernannte. Seinen Namen tragen zwei Kompilationen. Die eine führte, vielleicht vom ersten Teile, der Genealogien enthält, den Gesamttitel Genealogiaen, wurde aber vom ersten Herausgeber Fabulaer benannt, und zwar in Rücksicht auf den zweiten größern Teil, der die Erzählung griech. Mythen aus griech. Quellen enthält und durch die vielen auf riech. Tragödien zurückgehenden Bestandteile beonders wertvoll ist. Die zweite Schrift, in ältern Ausgaben Poeticon astronomiconv, in den Handriften De astronomias betitelt, ist ein Werk über Sternsagen, die Elemente der Himmelskunde und der Sternbilder, ebenfalls nach griech. Lehrbüchern (Eratosthenes u. s. w.). Erstere Schrift benutzte man bis tief ins Mittelalter hinein als Schulbuch; sie ist aber in sehr verstümmelter Form auf uns gekommen. Das letztere Werk ward im Mittelalter viel gelesen und ist etwas besser erhalten. Beide Werke wurden in den Mythographi latini von Muncker (2 Bde., Amsterd. 1681), van Staveren (2 Bde., Leid. 1742) und von Bunte (die Fabulaen, Lpz. 1857, die Astronomia, 1875), die Fabulaey allein mit kritisch berichtigtem Text von M. Schmidt (Jena 1872) herausgegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 499Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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