Heinrich IV., der Ohnmächtige, König von Castilien 1454 — 74, ließ sich wie sein Vater Johann II. von Günstlingen mißbrauchen, sodaß Unzufriedenheit entstand und schon 1464 seine Absetzung zu Gunsten seines jüngern Bruders Alfons erfolgte. Dessen Tod 1465 führte H. auf den Thron zurück. Neue Unruhen entstanden, als H., welcher keinen Sohn hatte, mit übergehung seiner Schwester Isabella, die sich gegen seinen Willen (1469) mit dem Erben von Aragonien, Ferdinand dem Katholischen, vermählte, die Nachfolge seiner Tochter Johanna zuzuwenden versuchte und dieselbe mit dem Herzog Karl I. von Berri, dem Bruder Ludwigs XI. von Frankreich, verlobte. Diese Heirat wurde durch den Anhang Isabellas verhindert; aber eine Entscheidung über die Nachfolge war noch nicht getroffen, als H. 12. Dez. 1474 starb. Es bedurfte eines mehrjährigen Bürgerkriegs, ehe das Erbrecht Isabellas zur Anerkennung gelangte.