Johannes, genannt Parricida, eigentlich Johann von Schwaben, geb. 1290, wurde der Mörder seines Oheims, König Albrechts I. (s. d.). Sein Vater Rudolf, gleich Albrecht ein Sohn König Rudolfs IJ. von Habsburg, war über die österr. Stammlinie mitbelehnt. Seiner Mutter Agnes aber war die Grafschaft Kyburg besonders verschrieben, und überdies ihm von derselben, einer böhm. Königstochter, nach Wenzels III. Tode gegründete Näherrechte auf Böhmen vererbt worden. Als nun J., zur Volljährigkeit herangewachsen, den König wiederholt um sein Erbteil bat, verweigerte dieser sogar die Auslieferung Kyburgs, auf das zuletzt J. seine Wünsche beschränkte. Hierüber erbittert, verschwor sich J. mit den oberschwäb. Rittern Walther von Eschenbach, Rudolf von Balm, Rudolf von der Wart, Konrad von Tegernfeld, Walther von Castelen u. a., welche gleichfalls Kränkungen erlitten hatten, gegen des Königs Leben. Als Albrecht 1. Mai 1308 auf einer Reise von Baden im Aargau nach Brugg bei Windisch über die Reuß gesetzt war, drängten sich die Verschworenen an ihn und mordeten ihn auf dem Grund und Boden seines Stammguts. Die Verschworenen entflohen, jeder einzeln, J. aber ist verschollen. Nach einigen soll er später von Papst Clemens V. zu Avignon Verzeihung erhalten haben und als Augustinermönch zu Pisa gestorben sein; nach andern als Mönch, ohne daß man ihn erkannt, auf dem Stammgute Eigen gelebt und erst bei seinem Tode, 1368, sich zu erkennen gegeben haben. Kaiser Heinrich VII. sprach bald nach seinem Regierungsantritt zu Speier über die Mörder seines Vorfahren die Acht aus. Vorher aber schon hatten Elisabeth, die Gemahlin, und die verwitwete Ungarnkönigin Agnes, die Tochter des Ermordeten, grausame Rache an den Verschworenen geübt.