FeedHeinrich III.
GeschichteBrockhaus 1882

Heinrich III., röm.⸗deutscher Kaiser, 1039—56, der zweite aus dem Hause der salischen Franken, Kaiser Konrads II. und Giselas Sohn, geb. 28. Okt. 1017, wurde schon 1026 zum deutschen König erwählt, 1027 Herzog von Bayern, 1038 Herzog von Schwaben und König von Burgund und folgte seinem Vater 1039 in der deulschen Königswürde. Durch ausgezeichnete Naturgaben und eine treffliche Erziehung unterstützt, frühzeitig in den Waffen geübt, von strengem, gebieterischem Charakter, hielt er die Zügel des Reichs und der Kirche in starker Hand und war überhaupt einer der gewaltigsten Herrscher Deutschlands. Um die Gefahren, welche seiner Krone seitens der übermächtig gewordenen Herzöge drohten, abzuwenden, behielt er entweder die verfallenen Herzogtümer für sich und seine Familie, oder vergab sie, wie Bayern und Kärnten, an minder mächtige Herren. Nur Bernhard von Sachsen behauptete sein Ansehen; allein auch ihm gab H in dem Landgrafen Ludwig dem Bärtigen von Thüringen und in dem ehrgeizigen Erzbischof Adalbert von Bremen ein mächtiges Gegengewicht. Um die Ehre des Reichs und seine Macht auch bei fremden Völkern zu sichern, bekriegte er 1039 den Herzog Bretislaw von Böhmen, der einen Beutezug gegen Polen gemacht, Breslau zerstört, Krakau ausgeplündert und die Leiche des heil. Adalbert aus Gnesen nach Prag entführt hatte. Nachdem er Prag 1041 überwältigt, mußte Herzog Bretislaw um Frieden bitten und 1042 zu Regensburg sein Herzogtum Böhmen zu Lehn nehmen. Hierauf beun er die Kriegszüge +.— Ungarn, um den von sar Oheim Samuel Ovo vertriebenen König eter, der sich in H.s Arme geworfen hatte, wieder auf den Thron zu setzen. Nach der Eroberung von Heimburg und Preßburg kam er 1042 bis nach Gran. Noch weiter drang er, von einer Flotte unterstützt, 1043 vor. Doch ließ er, da Peter bei den Ungarn zu verhaßt war, Ovo unter der Bedingung, daß er alles Land zwischen dem Kahlenberg bis zur Leitha abtrete, im Besitz des Throns. Als indes auch Ovo durch Tyrannei sich verhaßt zu machen anfing, zog H. 1044 zum dritten mal nach Ungarn, schlug Ovo in einer blutigen Schlacht, eroberte Raab und übergab Peter, unter der Bedingung der Lehnsabhängigkeit, und später, als Peter von den Ungarn verjagt wurde, an Andreas I. 1047 unter gleichem Vorbehalt den ungar. Thron. Auch in Oberitalien, besonders in Mailand, gelang es ihm, die Zwistigkeiten der Parteien zu beschwichtigen und die Normannen in Apulien und Calabrien durch Anerkennung der von ihnen gemachten Eroberungen zu seinen Vasallen zu machen. Größern Widerstand erfuhr er in Lothringen, wo Herzog Gottfried von Niederlothringen nach seines Vaters Tode auch Oberlothringen unter seiner Herrschaft vereinigen wollte. Zweimal mußte er gegen diesen zu Felde ziehen, ehe er 1049 des Herzogtums sich bemächtigen konnte; auch trat Gottfried später in Italien, wo er nach seiner Flucht Beatrix von Toscana geheiratet, gegen den Kaiser auf. Im J. 1046 zog He nach Italien und ließ auf einer Versammlung der Bischöfe zu Sutri die drei gleichzeitig regierenden Päpste Benedikt IX., Sylvester III. und Gregor VI. absetzen, worauf er den deutschen Bischof Suitger von Bamberg als Clemens II. zum Papst erhob, der ihn am Weihnachtsfest zum Kaiser krönte. Die Einsetzung der Päpste wurde ihm, um der Unordnung ein Ende zu machen, förmlich übertragen. Jetzt wirkte H. mit den nacheinander von ihm eingesetzten Kirchenhäuptern eifrigst für Ausrottung der vielen Gebrechen der Kirche und Umwandlung der Lebensweise der Geistlichen, ganz im Sinne der vom Kloster Cluny ausgegangenen rejormatorischen Richtung und aus dem Bewußtsein seines kaiserl. Aufsichtsrechts. Aber schon unter Leo IX. kam die einheimische Partei, welche volle Selbständigkeit und Herrschaft der Kirche erstrebte, unter Hildebrands Führung zu großem Einfluß, und nach H.s Tod und dem bald darauf folgenden Tode des deutschen Papstes Victor II. gewann sie völlig die Oberhand. H. starb 5. Okt. 1056 zu Botfeld am Harz; von seiner zweiten Gemahlin Agnes von Poitiers hinterließ er den Knaben Heinrich IV., welcher schon 1054 zum König gewählt war. Seine eigenmächtige Regierung hatte große Unzufrieden9.05 der Reichsfürsten erregt, welche schon ihn selbst edrohte und seines Sohnes Stellung untergrub. Die von ihm betriebene Kirchenreform beförderte die Blüte der wissenschaftlichen Studien in den Kirchen und Klöstern, welche damals einen hohen Grad erreichte. Vgl. Steindorff, Jahrbücher des Deutschen Reichs unter H. III.v (2 Bde., Lpz. 1874—-81); Giesebrecht, «Geschichte der deutschen Kaiserzeit v (4. Aufl., Bd. 2, Braunschw. 1875). mUr IV., röm.⸗deutscher Kaiser, 1056— 1106, der Sohn des vorigen, geb. 11. Nov. 1050 wahrscheinlich zu Goslar, war beim Ableben seines Vaters ein Kind von fünf Jahren; die Verwaltung des Reichs fiel daher zugleich mit der Erziehung seiner Mutter Agnes zu. Obgleich mit vielen Vorzügen begabt und bei den Regierungsgeschäften zuerst von Papst Victor II., später vom Bischof Heinrich von Augsburg thätig unterstützt, war die Kaiserin doch der schwierigen Stellung, in welcher sie sich den anspruchsvollen Reichsfürsten und der aufstrebenden Papstmacht gegenüber befand, keineswegs gewachsen. Um die gereizten Gemüter der von Heinrich III. gedrückten Fürsten in Deutschland zu beruhigen und sie mit dem Königshause zu versöhnen, gab sie dem Herzog Gottfried das ihm von ihrem Gemahl entrissene Lothringen zurück. Der Graf Rudolf von Rheinfelden erhielt mit der Hand ihrer Tochter Mathilde das Herzogtum Schwaben, während sie den enahis Berthold von Zähringen, der nach ihres Gemahls Zusage gerechte Ansprüche auf dieses ꝰh* hatte, mit Kärnten entschädigte und dem kühnen und mächtigen sächs. Grafen Otto von Nordheim das erledigte Herzogtum Bayern verlieh. Während jedoch die Kaiserin ½50 Fürsten Zugeständnisse machte oder auf die Regierung ihnen Einfluß verstattete, sahen andere, unter ihnen besonders Erzbischof Anno von Köln, sich dadurch zurückgesetzt und gekränkt und faßten den Entschluß, der Person des jungen Königs und somit der Reichsverwaltung sich zu bemächtigen. Man lockte H. auf ein Rheinschiff und entführte ihn 1062 nach Köln, und Anno nahm nunmehr mit dem Besitz des Königs auch die Zügel des Reichs in seine Hand. Seitdem verbreitete sich Verwirrung und Gewaltthat über Deutschland und alles ging aus den Fugen gesetzlicher Verfassung. Anno erregte bald durch Eigennutz, Herrschsucht und Verschwendung der Reichsgüter sich viele Neider und Widersacher, sodaß er sich genötigt sah, den Erzbischof Adalbert von Bremen an der Regierung und der Erziehung His teilnehmen zu lassen. Für H. war dadurch nichts gewonnen. Annos Erziehung hatte durch große Härte und Strenge auf den Charakter des jungen H. nachteilig gewirkt; Adalberts Einfluß ward durch zu große Nachsicht unheilvoll. Bald schloß H. mit voller und alleiniger Zuneigung sich an Adalbert an, der seinerseits diese Anhänglichkeit benutzte, dem jungen König seine Grundsätze über die unum55 fachf Gewaltfülle des Throns, seinen Haß gegen sächs. Fürsten einzupflanzen und sich Hande die oberste Verwaltung des Staats in die Hände zu aathe 5. Erreichung des letztern Zwecks ließ dalbert H. nach der Rückkehr von seinem ersten Feldzuge gegen die Ungarn, wohin er ihn selbst begleitet hatte, 1065 in seinem 15. Jahre nach ripuarischem Recht zu Worms in feierlicher Fürstenvermlung für mündig erklären und regierte nun r denselben. Bald aber wurden die übrigen Fürsten der Willkürlichkeiten des Erzbischofs müde, beriefen eine Versammlung eigenmächtig nach Tribur und setzten es durch, daß H. die Reichsverwaltung an einige aus ihrer Mitte und besonders an Anno überlassen mußte. Auch der Lebenswandel des Königs erfuhr herben Tadel. Anno vermochte ihn deshalb, die längst ihm verlobte Bertha, Tochter des ital. Markgrafen von Susa, zu heiraten. Kaum war diese Vermählung erfolgt, als H. danach trachtete, sich seiner Gemahlin wieder zu entledigen. Aber der Einspruch des Papstes, dem die Fürsten auf dem Reichstage beitraten, hinderte den Plan einer Scheidung, und unter Gefahr und Zwang mußte H. sich fügen. Zwar sah er seitdem lange Zeit die Königin nicht, später aber vereinigte er sich wieder mit ihr und be-Deren sie, nachdem sie ihm 1071 einen Sohn georen, fortan mit Liebe. Unterdes war Herzog Otto von Bayern, eines Mordanschlags gegen H. angeklagt, vor einen Fürstentag nach Mainz vorgeladen und verurteilt worden, seine Unschuld im Zweikampf darzuthun. Da er aber bei dem Gottesgericht nicht erschien, sondern die Waffen ergriff, wurde er seines Herzogtums für verlustig erklärt und daselbe seinem treulosen und habfüchtigen Schwiegerhne Welf gegeben. Seine Güter und Besitzungen wurden verwüstet, bis er endlich im Juni 1071 sich mit seinem Verbündeten, dem Herzog Magnus von Sachsen, dem König unterwarf. Auch dem Herzog Berthold von Zähringen wurde auf den Verdacht aufrührerischer Gesinnung das Herzogtum Kärnten genommen, und Rudolf von Schwaben, ebenfalls geheimer Umtriebe angeklagt, entging kaum dem gleichen Schicksal. Der festgehaltene Herzog Otto ward nun zwar von H. nach einiger Zeit freigelassen, Magnus aber auf Adalberts Rat, der wieder Einfluß am 25 gewonnen hatte, auf der Harzburg —k — Zugleich ließ H., um seine Herrschaft in Sachsen zu sichern, durch das ganze Land feste Schlösser mit zahlreichen Besatzungen anlegen. Da H. überdies, unter dem Vorgeben eines Feldzugs nach Polen, ein großes Heer sammelte, so traten die Bunt Großen unter Otto von Nordheim zu einem unde zusammen, zogen mit 60 000 Mann gegen Goslar und belagerten H. in der Harzburg. H. rettete sich zwar mit Bertholds von Zähringen Hilfe durch die Flucht, aber auch die oberdeutschen Fürsten ließen sich mit den Sachsen in eine Verschwörung ein, um H. abzusetzen. Dieser Plan wurde durch die mannhafte Erhebung der wormser Bürger für den König vereitelt, und im Gerstunger Frieden 1074 gewährte H. den Sachsen die Zerstörung der Burgen und Otto von Nordheim das Herzogtum Bayern. Bald gab die Verwüstung der in der Harzburg erbauten Kirche mit den Gräbern seines Soh nes und Bruders durch die erbitterten Bauern H. Anlaß, die Sachsen beim Papst zu verklagen und ein Reichsheer gegen sie zusammenzubringen. Er besiegte sie 13. Juni 1075 bei Hohenburg an der Unut, und ein zweiter Feldzug im Oktober brachte 5 Volk zur Unterwerfung und nötigte die Fürsten, sich ihm gefangen zu geben. Die Burgen wurden wieder aufgebaut. Vom Papst forderte H. die Entsetzung der rebellischen Bischöfe. Als dagegen Grefel VII. die Freilassung derselben verlangte und H. elbst vorforderte, um sich wegen des ihm schuld gegebenen Verkaufs von Kirchenämtern (Simonie) und der Investitur zu verantworten, ließ H. zu Worms 24. Juni 1076 durch eine Synode der deutschen Bischöfe die Entsetzung des Papstes aussprechen. Gregor antwortete mit dem Bannfluch, und dieser, damals zuerst gegen einen deutschen König verkündet, wurde von den unzufriedenen Fürsten zum Vorwand einer neuen Auflehnung benutzt, bei welcher Rudolf von Schwaben selbst König zu werden hoffte. Man setzte sich zu H.s förmlicher Absetzung mit dem Papst in Verbindung. Darum eilte H., sich mit dem letztern zu verständigen. Er zog mitten im Winter, nur von seiner treuen Gemahlin und seinem Sohne begleitet, über die Alpen nach Italien und traf den Papst im Schlosse Canossa (s. d.) bei der Markgräfin Mathilde. Drei Tage mußte H. im Schloßhofe (25. bis 28. Jan. 1077) bei großer Kälte barfuß, im härenen Gewande büßend stehen, ehe er vom Bann losgesprochen wurde. Er mußte sich verpflichten, Gregor als Schiedsrichter in seinem Streit mit den Fursten anzunehmen, während der Papst dazu nach Deutschland zu kommen versprach. * Aber obwohl H. nun äußerlich mit dem Papst versöhnt war, ließen sich die Fürsten dadurch nicht abhalten, den Herzog Rudolf von Schwaben zum König zu wählen. Dem so eröffneten Thronstreit stand Gregor zunächst abwartend gegenüber. Als aber nach längerm Schwanken des Kriegsglücks (Schlacht bei Melrichstadt 1078 und bei Flarchheim 1080) H.s Sieg in Aussicht zu stehen schien, wurde er von Gregor VII. aufs neue mit dem Kirchenbann belegt. H. dagegen brachte zu Brixen eine Versammlung von Bischöfen zusammen, welche Gregor VII. absetzte und an seiner Statt den Erzbischof Guibert von Ravenna als Clemens III. wählte. Zwar verlor H. das Treffen an der Elster unweit Merseburg (15. Okt. 1080), aber der Gegenkönig Rudolf kam dabei um. Hierauf eilte H., die Verwaltung Deutschlands seinem Schwiegers ohne, Friedrich von Hohenstaufen, überlassend, 1081 mit einem Heere über die Alpen, durchzog siegreich Oberitalien und stand zu Jahren, vor Rom. Doch konnte er erst nach drei ahren, im März 1084, der Stadt sich bemächtigen, worauf er sich und seine Gemahlin von Clemens III. am Osterfest feierlich krönen ließ; Gregor VII. hatte sich in die Engelsburg geflüchtet und folgte später den zu seinem Schutze gekommenen Normannen nach „Salerno, wo er als Flüchtling 25. Mai 1085 starb. H. mußte sich jetzt wieder nach Deutschland wenden, wo man 9. Aug. 1081 den Grafen Hermann von Luxemburg zum König erwählt hatte, sodaß ein neuer Bürgerkrieg begann. Hermann, obgleich er bei Würzburg (11. Aug. 1085) über H. siegte, zog sich indessen, der Abhängigkeit von den mit ihm verbündeten Fürsten müde, 1087 zurück und starh bald darauf. Von einem gefährlichern Feinde, dem Markrafen Eckbert von Meißen, der sich selbst als Gegenönig aufgestellt und H. bereits in mehrern Gefechten besiegt hatte, befreite ihn 1089 ebenfalls dessen Tod. Inzwischen war Victor III. und nach dessen Tod Urban II. von der gregorianischen Partei als Papst gewählt worden. Um den kaiserl. Papst Clemens III. zu schützen und zugleich sein Übergewicht in Italien aufrecht zu halten, zog H. 1090 zum dritten mal über die Alpen. Schon hatte er Mantua erobert und bekämpfte mit wechselndem Glück die Gräfin Mathilde, als ihn die Kunde traf, daß sein Sohn Konrad zu seinen Feinden übergegangen sei, ferner daß die Lombarden mit Herzog 191 gegen ihn ein Bündnis geschlossen. Da verzweifelte H., und zurückgezogen in eine Burg, lebte er lange unthätig, bis er 1096 wieder nach Deutschland zurückkehrte und durch Zugeständnisse die mächtigsten Fürsten, unter ihnen selbst den Herzog Welf, wieder gewann. Seinem Wunsche gemäß wurde sein ältester Sohn Konrad auf dem Reichstage zu Mainz der Königswürde für verlustig erklärt und dafür sein zweiter Sohn, Heinrich, zu seinem Nachfolger bestimmt. Da um diese Zeit Urban (1099) und Clemens (1100), sowie der abtrünnige Konrad (1101) in Italien starben, so schien Ruhe und Friede in das Reich zurückkehren zu wollen. Aber Paschalis II. sprach bald nach seiner Erhebung auf den päpstl. Stuhl über den Kaiser aufs neue den Bann aus, und zugleich suchten einige Große den König Heinrich Lenoline dem Vater die Krone zu entreißen. Der Jüngling zog auch gegen den Vater zu Felde, trieb ihn zur Flucht, wußte dann, da doch noch immer eine getreue Schar zum Kaiser hielt, ihn durch friedliche Worte zu überlisten, nahm ihn gefangen und zwang ihn, der Regierung zu entsagen. Zwar entkam der Kaiser aus der aft, flüchtete nach Lüttich, fand auch jetzt wieder neuen Anhang, starb aber schon 7. Aug. 1106 zu Lüttich. Der dortige Bischof ließ ihn mit kaiserl. Pracht begraben. Doch des Kaisers Feinde setzten es durch, daß die Leiche wieder ausgegraben, nach Speier geschafft und hier in einer nicht geweihten Seitenkapelle in einem steinernen Sarg so lange unbeerdigt blieb, bis die Lösung des Banns erfolgte, was erst nach fünf Jahren geschah. Kein anderer Kaiser hat ein so wechselvolles Leben, eine so stürmische Regierung geführt wie H. Neben den Fehlern, welche die Folge seiner unglücklichen Jugendjahre waren, besaß er zugleich herrliche Gaben des Geistes und Herzens. Er war treu und erkenntlich gegen seine anfrichtinen Anhänger, mitleidig gegen Arme und Kranke, scharfsinnig im Rate, listig in Gefahr, tapfer im Kampfe und ein Freund des damals zuerst aufblühenden Bürgerstandes, welcher dafür treu zu ihm hielt. Unter den schwierigsten Verhältnissen zur Regierung gelangt, hat er Großes erreicht, aber gegenüber dem Bündnis des mächtig aufstrebenden Papsttums mit den ehrgeizigen und gewissenlosen Reichsfürsten unterlag er seiner Aufgabe. Ihm folgte als König sein Sohn, Heinrich V. Vgl. Floto, «H. IV. und sein Zeitalterv (2 Bde., Stuttg. 1855); Giesebrecht, 4«Geschichte der deutschen Kaiserzeito (4. Aufl., Bd. 3, Tl. 1, Braunschw. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 45Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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