Heinrich (VII.), röm.⸗deutscher König 1220 —35, war der 1211 in Sicilien geborene Sohn Kaiser Friedrichs II. und seiner Gemahlin Constantia von Aragonien. Friedrich ließ ihn, als er selbst zur Kaiserkrönung 1220 nach Rom zog und längere Zeit in Italien zu bleiben gedachte, zum röm. Könige erwählen und stellte ihn unter die Vormundschaft des Erzbischofs Engelbert J. von Köln und nach dessen Ermordung 1225 unter die des Herzogs Ludwig I. von Bayern. Selbständig begann H. erst zu walten, als letzterer 1229 sich auf die Seite des dem Kaiser feindlichen Papstes Gregor IX. stellte. H. kam jedoch bald in einen Zwiespalt mit seinem Vater, wie es scheint, weil er sich von seiner Gattin Margarete von Ssterreich trennen wollte, und obwohl 1232 durch Vermittelung der Fürsten eine Aussöhnung zu Stande kam, nahm H. nach kurzer Zeit wieder eine feindliche Haltung an, verbündete sich 1234 mit den Lombarden und wagte 1235, indem er sich besonders auf die Ritter und Dienstmannen stützte, offene Empörung gegen die Fürsten, welche zum Kaiser hielten. Deshalb kam Friedrich selbst nach Deutschland herüber, H. mußte sich unterwerfen und wurde als Gefangener nach Apulien abgeführt. Zu Martirano in Calabrien soll er sich 12. Febr. 1242 selbst den Tod gegeben haben. Die Zeit seines Königtums in Deutschland ist wichtig durch die Blüte des Minnegesangs, in welchem auch H. sich versuchte, und durch die großen Reichsgesetze und Rechtsaufzeichnungen (Sachsenspiegel), welche damals zu Stande kamen. Vgl. Winkelmann, «Geschichte König Friedrichs I1.d (Reval 1863); Rohden, «Der Sturz H.s VII.d (in Forschungen zur deutschen Geschichtex, Bd. 22).