Heinrich von Neuenstadt, deutscher Dichter um 1300, aus Wienerisch-Neustadt, wirkte als Arzt in Wien, wo er von 1297 bis 1318 urkundlich nachgewiesen ist. Er verfaßte nach dem «Anticlaudianuso des franz. Dichters Alanus ab Insulis eine geistliche Dichtung Von Gottes Zukunfto, d. h. von Christi Wiederkehr am Jüngsten Tage. Mehr Verbreitung fand seine spätere Bearbeitung der Apolloniussage, ebenfalls nach lateinischen Quellen, durch viele Episoden zu dem beträchtlichen Umfang von 21000 Versen angeschwellt. Beide Werke sind im Auszug herausgegeben von Strobl, „Heinrich von Neuenstadto (Wien 1875).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 65Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei