FeedHelmkleinod
AllerleiBrockhaus 1882

Helmkleinod (Zimier, Helmschmuck, Helmzeichen, Helmzier) ist in der Heraldik ein an dem Helm plastisch angebrachtes Unterscheidungs— mittel der Wappen, welches einesteils zur Kenntlichkeit und zum Schmuck desselben wesentlich bei— trägt, andernteils einen geistigen und bildlichen Zusammenhang mit dem bezüglichen Wappen vor Augen führt. Kleinod und Helm sind als zusammengehörender Teil des Wappens zu betrachten. Den ersten Anlaß werden in der ältesten Zeit wirklich getragene Adlerbüsche, Pfauenwedel, Stierhör— ner u. dgl. gegeben haben, doch sind als unmittelbare Vorläufer der Kleinodhelme die bis zu Anfang des 13. Jahrh. mit Figuren bemalten Topfhelme anzusehen, welche vereinzelt noch bis ins 15.Jahrh. vorkommen. Das Kleinod tritt erst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrh. als feststehender Bestandteil der Geschlechtswappen auf. Die Verbindung des— selben mit dem Helm wird durch den kranzartigen farbigen Wulst oder durch die Krone hergestellt, doch ist hinsichtlich der letztern zu beachten, daß auf dem Helm nie die Rangkrone, sondern eine vierblätterige (drei Blätter sichtbar) anzubringen ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 96Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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