Helmold, einer der geschätztesten Geschichtschreiber des 12. Jahrh., wurde in Holstein geboren und war Landpfarrer zu Bosau am Plönersee. Von seinem Lehrer Gerold, dem ersten Bischof von Lübeck, wurde er aufgemuntert, die Bekehrung der benachbarten Slawen historisch darzustellen. Er that dies in dem Chronicon Slavorumo, in welchem er von der Predigt des eifrigen Vicelin, von den Thaten Heinrichs des Löwen, der Kolonisation der eroberten Wendenländer und der Begründung der neuen Bistümer die schätzbarsten Nachrichten gibt, wenngleich oft ohne hinreichende Prüfung der ihm mündlich zugehenden Erzählungen. Sein Werk schließt 1170 und ist bis 1209 fortgesetzt von Arnold, dem ersten Abt der Benediktiner im lübecker Johanniskloster. Die Chronik ist 1868 neu herausgegeben von Lappenberg im 21. Band der Monumenta Germaniaes und im Separatabdruck der (Scriptores rerum Germanicarum‘ (Hannov. 1868), übersetzt von Laurent (Berl. 1852). Vgl. Völkel, «Die Slawenchronik H.sv (Danz. 1874) und Broska in Forschungen zur deutschen Geschichter (Bd. 22, Götting. 1882).