Hemerocallis, Taglilie, zu den Liliaceen, und zwar zur Abteilung der Asphodeleae gehörige Gattung, welche aber nach Jussieu mit einigen andern Gattungen die Familie der Hemerocallideae bildet. Sie umfaßt perennierende Pflanzen der gemäßigten Striche Europas und Asiens mit knolligem oder zwiebeligem Rhizom, langen, schmalen, gekielten Blättern und blattlosen Stengeln, welche eine Doldentraube schöner Blumen tragen, die sich nur dadurch von denen der Lilien unterscheiden, daß die sechs Blumenblätter am Grunde zu einer kurzen, den Fruchtknoten umschließenden Röhre verwachsen sind. Mehrere Arten sind schon seit langen Jahren in den Gärten beliebt, so H. flava mit sehr wohlriechenden orangegelben Blumen im Mai und Juni, H. fulva mit bräunlichorangeroten, geruchlosen Blumen im Juni und H. graminea mit feinen Blättern und größern gelben, angenehm duftenden Blumen. Noch schöner ist H. Middendorffiana, die sibirische Taglilie, mit einer viel reichern Doldentraube großer goldgelber Blumen, deren sich während längerer Zeit täglich zwei bis drei zugleich öffnen. In reichem Boden und von Zeit zu Zeit etwas begossen, blüht dieselbe im Mai, zum zweiten mal im September. ů‚