Ibéris L., Schleifenblume, eine zu den schötchentragenden Cruciferen gehörige Gattun mit ziemlich vielen ein⸗ oder mehrjährigen, au strauchartigen Spezies, von denen mehrere in die Gärten Eingang gefunden haben. Sie sind im südl. Europa, auch wohl in Asien zu Hause. In der Gruppe der Thlaspideae, zu der die Iberis-Arten en V. unterscheiden sie sich nur durch die ungleichen Blumenblätter, deren zwei äußere im⸗ „mer länger sind als die innern, und durch den ge⸗ „drängtern, trugdoldenförmigen Blütenstand, der sich allmählich traubig verlängert. Die bekannteste und in den Gärten häufigste Art ist I. amara L., )einjährig, etwa 20 em hoch, mit gespreizten, doldenhartig gestellten Asten und weißen, wohlriechenden eBlumen. Je nach der Zeit der Aussaat blüht sie „von Mai oder Juni bis September und Oktober. I. umbellata L. wird höher und hat noch entschie— dener doldig stehende, einen ausgebreiteten Kopf bildende Aste. Die Blumen sind blauviolett oder purpurn, größer, und ihre doldenförmigen Trauben verlängern sich nicht in demselben Maße, wie „bei jener Art. Blütezeit vom Juni bis August. Bei ihrer vorzugsweise schönen Spielart var. hesperidiflora (frz. Julienne) strecken sich die anfangs kurzen Trauben blendendweißer Blumen und werden cylindrisch-kegelförmig, sodaß die Pflanze der gefüllten weißen Matronalviole (Hesperis matronalis) ähnlich sieht. Soll sie recht schön werden, so muß man sie schon im Herbst aussäen. Sehr beliebt ist auch ihre Zwergform (var. nana) mit purpurvioletten Blumen. Bei der vorzugsweise zur Topfkultur geeigneten I. sempervirens, der immergrünen, sind die doldentraubig geordneten Blumen silberweiß. Eine vorzüglich schöne Topfpflanze ist I. semperflorens L., auf Sicilien und in Persien zu Hause, ein kleiner 50 em hoher Halbstrauch mit immergrünen, substanzreichen, spatel-Biuwer⸗ Blättern und blendendweißen großen lumen. Man überwintert sie frostfrei und erzieht sie, wie auch die vorige Art, aus Stecklingen im Sommer, während man die übrigen Schleifenblumen im Herbst oder im März säet.