FeedHelvig (Amalie von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Helvig (Amalie von), häufig unrichtig Hellvig oder Hellwig geschrieben, geborene Freiin von Imhof, eine talentvolle Schriftstellerin, geb. 16. Aug. 1776 zu Weimar, genoß auf dem väterlichen Gute Mörlach bei Nürnberg und später in Erlangen eine sorgfältige Erziehung. Nachdem sie ihren Vater verloren, kam sie im 15. Jahre nach Weimar. Mehrere ihrer Dichtungen wurden von Schiller in den „Musenalmanacho und das größere Gedicht «Ab— dallah und Balsoras in die Horeno aufgenommen. Von Goethe und durch Voß' Luises über das Wesen des Hexameters unterrichtet, schrieb sie das epische Gedicht «Die Schwestern von Lesbos » (Heidelb. 1801; 2. Aufl. 1833). Kurz nach dem Erscheinen desselben wurde sie zur Hofdame in Weimar ernannt und lernte hier 1802 ihren nachherigen Gemahl, Karl Gottfried von H., kennen. Erst nach dem Tode ihrer Mutter und eines Bruders folgte sie ihm mit ihren Schwestern nach Schweden. Ihr Gemahl war in schwed. Diensten 1807 zum Generalfeldzeugmeister aufgestiegen; als Pommern 1810 von Schweden an Preußen abgetreten wurde, trat er als Generalmajor in preuß. Dienste. Nach ihrer Rückkehr ins Vaterland lebte sie in Heidelberg, dann in Dresden, zuletzt in Berlin, wo sie 17. Dez. 1831 starb. Unter ihren litterarischen Arbeiten sind noch zu erwähnen: das Gedicht Die Schwestern von Korcyra (Amsterd. u. Lpz. 1812), «Die Tageszeiten (Amsterd. 1812), das mit Fouqués Gattin herausgegebene Taschenbuch der Sagen und Legenden » (Berl. 1812—13), „Die Sage vom Wolfsbrunnenv (Heidelb. 1821), Helene von Tournono (Berl. 1824) und die Übersetzung von Tegners Fridthiofssagad (Stuttg. 1826; neue Aufl. 1858).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 100Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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