FeedHermann von Reichenau
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hermann von Reichenau, genannt der Lahme (Contractus), Historiker, geb. 18. Juli 1013, gest. 24. Sept. 1054, stammte aus einem schwäb. Grafengeschlecht und wurde im Kloster Reichenau gebildet, wo er nachmals Mönch ward. H., einer der gelehrtesten Männer seines Jahrhunderts, zeichnete sich vorzüglich durch mathematische, astron. und musikalische Kenntnisse aus und war sehr gewandt in lat. ½½ und metrischer) Poesie. Sein wichtigstes Werk ist sein «Chronicon v, das bis 1054 reicht, von seinem Schüler Berthold fortgesetzt und die Grundlage vieler anderer Werke wurde. Mit der Fortsetzung wurde es am besten von Pertz in den Monumenta Germa⸗- niae historica (Bd. 5, Hannov. 1844) herausgegeben und von Nobbe (Berl. 1851) übersetzt. Unter den von ihm verfaßten Kirchengesängen sind vorzüglich „Salve regina v und (Alma redemptoriso hervorzuheben. Vgl. Baxmann, „Zur Geschichtschreibung und Sittenlehre H.s von Reichenaup in «Theol. Studien und Kritiken » (1869); Hansjacob, «Herimann der Lahme von der Reichenaup (Mainz 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 143Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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