FeedHomeriden
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Homeriden nannte sich ein Geschlecht auf der Insel Chios, welches den Dichter Homer (s. d.), der nach chiotischer Sage auf dieser Dein einheimisch ewesen sein sollte, als seinen Ahnherrn betrachtete. In diesem Geschlecht pflanzte sich wahrscheinlich der mündliche (rhapsodische) Vortrag der Homerischen Gesänge Generationen hindurch erblich fort. Im weitern Sinne wurden von den Griechen überhaupt diejenigen, welche in der Weise der Homerischen Gesänge dichteten und welche als Rhapsoden die Homerischen Gedichte öffentlich vortrugen, endlich alle, welche als besondere Verehrer Homers sich ihm mehr oder weniger ausschließlich widmeten, H. genannt. Gegenwärtig nennt man H. insbesondere auch die verschiedenen Dichter, welche nach den Ergebnissen der neuern Forschung einzelne Teile von Ilias und Odyssee gedichtet haben. (S. Homer.) —

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 372Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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