FeedHermann (Friedr. Benedikt Wilh. von)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Hermann (Friedr. Benedikt Wilh. von), Nationalökonom und Statistiker, geb. 5. Dez. 1795 zu Dinkelsbühl, arbeitete erst als Gehilfe in einem Rechnungsamt, widmete sich aber später, nachdem er die Gymnasialbildung nachgeholt, zu Erlangen und Würzburg dem Studium der Mathematik und Kameralwissenschaften. Seit 1817 leitete er mit einem Freunde eine Privaterziehungsanstalt in Nürnberg, bis er 1821 Lehrer der Mathematik am Gymnasium zu Erlangen wurde, worauf er sich 1823 als Privatdocent im Kameralfach an der dortigen Universität habilitierte. Später wurde er Professor der Mathematik am Gymnasium und an der Polytechnischen Schule zu Nürnberg, 1833 ord. Professor der Staatswirtschaft an der Universität zu München, dann auch Ministerialreferent und 1845 Ministerialrat im Ministerium des Innern. Im J. 1848 ging H. als Abgeordneter der Stadt Munchen zur Nationalversammlung nach Frankfurt, wo er mit Heckscher und Somaruga die großdeutsche Partei organisierte und von derselben im März 1849 mit den Genannten nach Wien gesendet wurde. Im J. 1855 wurde er zum Staatsrat im ordentlichen Dienst ernannt. Bereits 1839 hatte er die Leitung des Statistischen Bureau erhal—⸗ ten, dessen Erhebungen er in Beiträgen zur Statistik des Königreichs Bayerny (Heft 1—13, Münch. 1850 — 65) veröffentlichte. Er I, zu München 23. Nov. 1868. H. veröffentlichte namentlich: „Staatswirtschaftliche Untersuchungeno (Münch. 1832; 2. Aufl. 1870), ein Werk, das ihm auf dem Gebiete der staatswirtschaftlichen Litteratur einen bleibenden Namen sichert; ferner «Lehrbuch der Arithmetik und Algebrav (2. Aufl., Nürnb. 1845), «über polytechnische Institutev (2 Hefte, Nürnb. 1826 —28), «Die Industrieausstellung in Paris 18395 (Nürnb. 1840).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 144Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Handwerk & Gewerbe 6