FeedHerodianus
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Herodianus, Geschichtschreiber, wahrscheinlich ein Grieche von Geburt, lebte ungefähr von 170 bis 240 n. Chr., größtenteils in Rom, und verfaßte in griech. Sprache eine röm. Kaisergeschichte in acht Büchern, welche den Zeitraum 180 — 238 n. Chr. von Commodus bis zur Erhebung von Gordianus III. umfaßt. H. ist völlig unzuverlässig in der Chronologie, hat sehr mangelhafte geogr. Kenntnisse und zeigt sich über hauptstädtische und Hofereignisse schlecht unterrichtet. Doch bietet er immerhin wertvolle Ergänzungen zu dem Geschichtswerke des Dio Cassius. Am meisten Wert haben die letzten Bücher. Vgl. Sievers, «über das Geschichtswerk des H.v im 26. und 31. Bande des „Philologus »; die Abhandlungen von Zürcher, Müller, Dändliker in Büdingers »Untersuchungen zur röm. Kaisergeschichtes (3 Bde., Lpz. 1868—70); Höfner, Untersuchungen zur Geschichte des Septimius Severus» (Gieß. 1872 fg.), und A. Duncker im 33. Bande des Philologusv. Die besten Ausgaben haben Irmisch (5 Bde., Lpz. 1789 — 1805), Wolf (Halle 1792), Bekker (Berl. w1826 und Lpz. 1855) und Mendelssohn (Opz. 1883), deutsche Übertragungen Osiander (2 Bde., Stuttg. 1830) und Stahr (Stuttg. 1858) geliefert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 154Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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