Herlin, auch Herlen (Friedr.), Maler der oberdeutschen Schule des 15. Jahrh., gehört zu den Vorkämpfern des aus den Niederlanden damals siegreich eindringenden Realismus. Er lernte bei dem größten Schüler der van Eyck, dem ältern Rogier van der Weyden in den Niederlanden, ließ sich dann aber in Ulm, später in Nördlingen nieder. Hier wurde er 1467 Bürger. In Rothenburg an der Tauber malte er den Altar der Jakobskirche, in Nördlingen Scenen aus dem Leben Christi. Seine Gemälde suchen die flandr. Tonbilder in der Charakteristik und im tiefen Ton des Kolorits zu erreichen, entbehren aber meist der originalen Erfindung. Mehreres von ihm ist im münchener Nationalmuseum. Er starb 12. Okt. 1491 in Nördlingen.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 139Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei