FeedHertzka (Theod.)
AllerleiBrockhaus 1882

Hertzka (Theod.), Nationalökonom und Politiker, geb. 13. Juli 1845 zu Pest, studierte in Wien und Pest Jurisprudenz, leitete 1872—79 den volkswirtschaftlichen Teil der Wiener «Neuen Freien Pressey und gründete 1879 die Wiener Allgemeine Zeitungo, deren Chefredacteur er zugleich ist. Im J. 1874 gründete er die Gesellschaft österr. Volkswirte, als deren Schriftführer er fungiert. In den Schriften ⸗Währung und Handel» (Wien 1876) und Die Gesetze der Handels⸗ und Sozialpolitik⸗ (Bd. 1, Lpz. 1880) tritt H. für den Freihandel und für Herstellung der österr. Valuta auf Basis der Goldwährung ein. „Herüler, auch Erüler und Arüler genannt, ein german. Volk, ausgezeichnet durch Gewandtheit und Raschheit im Kriege, durch Unbändigkeit, wilde Roheit und zähes Festhalten am Heidentum. Ursprünglich wohnten sie an der Ostsee (westlich von der Oder), erscheinen aber dann zersplittert an sehr verschiedenen Orten. Zuerst werden sie erwähnt als Anwohner des Schwarzen Meers und Gefährten (und im weitern Sinne auch als Stammesgenossen) der Goten bei deren Seezügen gegen das Römische Reich in der zweiten Hälfte des 3. Jahrh. n. Chr. Im 4. Jahrh. waren sie dem Osigotenkönig Ermanrich unterthan, folgten dann später dem Attila und halfen nach dessen Tode den Gepiden die hunn. Herrschaft zerstören. Aber auch unter den Völkern, die zu Ende des 3. Jahrh. Kaiser Maximian in Gallien schlug, waren Scharen der H., diese von der Ostsee. Ebenso erscheinen H. — Anfang des 5. Jahrh. als Gefährten der Sachsen ei deren Hen Sce an den gall. Küsten, und 700 H. auf sieben Schiffen suchen im Laufe desselben Auchz die Küsten Galiciens und Cantabriens heim. uch unter den Heerscharen, mit denen Odoaker 476 n. Chr. dem Weströmischen Reiche ein Ende macht, finden sich H. Als mächtiges Volk an der mittlern Donau, seßhaft an der obern Theiß, kommen sie zu Ende des 5. Jahrh. vor. Endlich wurden sie von den Longobarden überwunden, und ein Teil ward nun vom . Dons Kaiser Anastasius 512 auf dem südl. Ufer der Donau aufgenommen, während der andere den Entschluß faßte, nach Skandinavien zu ziehen. Von den erstern begaben sich viele zu den Gepiden; die im Byzantinischen Reiche blieben, leisteten dem Justinian J. in den Kriegen gegen die Perser, Vandalen und Ostgoten gute Dienste. Mit der Besiegung der letztern durch Narses verschwindet der Name der H. aus der Geschichte. Vgl. Aschbach, „Geschichte der H. und Gepideno (Frankf. a. M. 1835).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 164Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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