Helfert (Alexander, Freiherr von), österr. Schriftsteller und Abgeordneter, geb. 3. Nov. 1820 in Prag, widmete sich jurist. Studien, lehrte kurze Zeit an der krakauer Universität, vertrat im Reichstag 1848—49 die Stadt Tachau, trat dann in das Unterrichtsministerium und war 1849—60 Unterstaatssekretär unter dem Minister Leo Graf von Thun. Vom 1. Okt. 1860 bis 4. Febr. 1861 leitete H. provisorisch das Unterrichtsministerium und, als dessen Geschäfte dem Staatsministerium zugewiesen worden, die Abteilung des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus bis 1865 und trat dann in den Ruhestand. Hierauf nahm er seine schriftstellerische Thätigkeit, die er mit einer Streitschrift cHHuß und Hieronymuso» (Prag 1853) begonnen, wieder auf, als Herausgeber der sterr. Geschichte für das Volko, in welcher Sammlung er die Geschichte Osterreichs unter der Regierung des Kaisers Franz I. bearbeitete. Ferner schrieb H.: „Geschichte Otterreichs vom Ausgange des wiener Oktoberaufstandes 18485 (Bd. 1—4, Prag 1869— 76), Maria Luise, Erzherzogin von Osterreich, Kaiserin der Franzosen» (Wien 1873), Der rastatter Gesandtenmordo (Wien 1874), «Die wiener Journalistik im J. 18485 (Wien 1877), Bosnischeso (Wien 1879), Der wiener Parnaß (Wien 1882), „Fabrizio Ruffov (Wien 1882), Maria Karolina von Osterreich, Königin von Neapel und Sicilienv (Wien 1884). Durch den Pairsschub vom Jan. 1881 gelangte H. in das Herrenhaus des österr. Reichsrats, wo er als Vertreter der föderalistischen Partei eine hervorragende Rolle spielt.