FeedHeßhusius (Tilemann)
ReligionBrockhaus 1882

Heßhusius (Tilemann), einer der + 9 Vertreter der streng luth. Orthodoxie, geb. 3. Nov. 1527 zu Wesel, studierte in Wittenberg, Oxford, Paris, lehrte seit 1550 Humaniora und Exegese des Neuen Testaments in Wittenberg, ward dann Prediger und Superintendent zu Goslar, 1556 Prediger und Professor in Rostock, 1558 in Heidelberg Professor der Theologie und Generalsuperintendent der Pfalz, bald darauf Prediger in Bremen, 1560 Prediger in Magdeburg. Wie in seinen Ia Stellungen machte sich auch hier H. durch eine strengen Ansichten über Kirchenzucht ((Von Amt und Gewalt der Pfarrherreno, 1561) und durch sein maßloses Eifern gegen alle milder Gesinnten verhaßt, sodaß der Rat ihn 1562 mit Gewalt aus der Stadt vertrieb. Nach mancherlei Irrfahrten, aus Wesel, aus Straßburg, aus Frankfurt a. M. vertrieben, kam H. 1565 als Hofprediger des Pfalzgrafen Wolfgang von Zweibrücken nach Neuburg und 1569 als Professor der Theologie nach Noch „mußte aber 1573 nach Braunschweig fliehen. och in demselben Jahre ward H. als Bischof von Samland nach Königsberg berufen und setzte sein Eifern für die luth. Rechtgläubigkeit fort, wurde 1577 seines Amtes entsetzt und kam als Professor nach Helmstedt, wo er 25. Sept. 1588 starb. Vgl. von Helmolt, «Tilemann H. und seine sieben Exilia⸗ (Lpz. 1859); Wilkens, «Tilemann H. Ein Streittheologe der Lutherkircher (Lpz. 1860).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 196Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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