Hessenfliege, Weizenfliege, Getreide-Dam o e (Cecidomyia destructor), heißt eine em Getreide höchst verderbliche Gallmückenart, welche die Nordamerikaner mit diesem Namen bezeichneten, da sie glaubten, sie sei von den hess. Soldaten 1776 in ihrem Stroh eingeschleppt worden. Das bis 3,5mm lange Weibchen gleicht der gemeinen Schnake, ist sehr zart, mit kurzen schwarzen Härchen bedeckt; der Bauch ist auf der Unterseite und zwischen den Ringen blutrot, desgleichen sind meist auch die Flügelwurzeln und Schulterecken so gefärbt. Die Männchen sind kleiner und rotgelb be— haart und viel seltener als die Weibchen. Die Tiere erscheinen in zwei Generationen, eine Ende April bis Anfang Mai, die zweite im September. Die 0,30 mm langen Eier legt die erste Generation (jedes Weibchen 80 — 100) zwischen Halm und Blätterscheide von Roggen und Weizen; nach acht Tagen kriecht die anfangs rötlich gefleckte, später weiße Larve aus, ernährt sich saugend zwischen Halm und Blattscheide, in der Regel oberhalb einer der beiden untern Halmknoten, wo sie sich auch in eine braune Tönnchenpuppe verwandelt. Die zweite Generation legt ihre Eier an die jungen Pflanzen der Wintersaat von Weizen und in Ermangelung von diesem von Roggen, und zwar auf die Blätter, da ein Halm noch nicht da ist. Die ausgeschlüpfte Larve bohrt sich oberhalb der Wurzel unter der Blattscheide ein und wird in demselben Herbst in der Erde zu einer sog. Scheinpuppe und vierzehn Tage vor dem Auskriechen erst zur Tönnchenpu öpe. Der Schaden, den die H. anrichten, ist bisweilen ganz enorm, 5080 Proz. des Ernteertrags kann durch sie vernichtet werden. Als Gegenmittel werden vorgeschlagen: späte Aussaat der Wintersagt, wo sie möglich ist, da dann die Weibchen der Sommergeneration ihre Eier nicht unterbringen können: Treiben von Schafherden über die Wintersaat, bei nicht weichem Boden, damit die Larven der zweiten Generation zertreten werden. Am besten dürfte wohl Unterpflügen und Verbrennen der Stoppeln kurz nach der Ernte sein, da dadurch die Puppen der Sommergeneration vernichtet werden. Vgl. B. Wagner, (Untersuchungen über die Getreidegallmücker (Fulda 1861).