Hiero II., ebenfalls Herrscher von Syrakus, 275—215 v. Chr. (geb. um 306 v. Chr.), der Sohn des Syrakusaners Hierokles, erhob sich in den Unruhen, die nach dem Abzug des epirotischen Königs Pyrrhos (275 v. Chr.) in Sicilien herrschten. Von dem Heere als bereits unter Pyrrhos bewährter Rustem zum Feldherrn ausgerufen, zog er in Syraus ein und wurde von dem Volke wegen seiner maßvollen Haltung zunächst als Oberfeldherr anerkannt, dann, vermutlich 269, nach einem über die unter dem Namen Mamertiner bekannten campanischen Söldner, die sich Messanas bemächtigt hatten, im Gebiet von Mylä am Flusse Longanos erfochtenen Siege zum König erhoben. Als den Mamertinern durch die Römer 264 Hilfe und die karthag. Besatzung, die sie in Messana aufgenommen hatten, vertrieben wurde, verbündete sich H. mit den Karthagern gegen Rom. H. wurde aber vom röm. Konsul Appius Claudius geschlagen und dann, jedoch vergeblich, in Syrakus belagert. Als indes 263 Manius Valerius Maximus mit einem starken Heere ihn und die Karthager besiegt hatte, schloß er Frieden auf 15 Jahre mit Rom, der von diesem wegen der treuen Unterstützung, die H. gewährte, 248 in einen dauernden verwandelt ward. Nach der Beendigung des ersten Punischen Kriegs (241) wurde dem H. durch die Römer die Herrschaft in seinem ungeschmälerten Besitz gesichert, und das freundschaftliche Verhältnis erlitt auch durch die Hilfe, die er den Karthagern im Söldnerkriege sandte, keine Störung. H. selbst besuchte 237 Rom und machte dem röm. Volke ein Geschenk von 200000 Scheffeln Getreide. Auch den Rhodiern, die durch ein schreckliches Erdbeben furchtbar gelitten hatten, half er 227 v. Chr. durch großartige Unterstützungen. Auch in dem zweiten Punischen Kriege bewies er sich den Römern als treuer Bundesgenosse und unterstützte 1 mit Getreide und Truppen; so namentlich nach ihrer Niederlage am Trasimenischen See, wo die goldene, 320 Pfd. schwere Bildsäule der 2 Borfaichen die er nach Rom sendete, dort als gutes Vorzeichen begrüßt wurde. Er starb zu Anfang des J. 215, Üüber 90 J. alt. Sein Sohn Gelon war vor ihm (216) gestorben, und so folgte ihm sein Enkel Hieronymos, der sich sofort den Karthagern zuwendete, aber, wegen Schwelgerei und Grausamkeit gehaßt, schon 214 ermordet wurde. Große Sorge hatte H. für die Vervollkommnung des Ackerbaus getragen; er soll auch landwirtschaftliche Schriften verfaßt haben. Ein Gesetz von ihm über die Getreidezehnten (Lex Hieronica) galt noch zu Ciceros Zeit im Lande. Auch die Künste Piche er, namentlich die Baukunst, wovon Tempel, Theater und andere Gebäude, die er teils in Syrakus, teils auch in andern Städten seines Gebiets errichtet, zeugten. Archimedes, ihm befreundet und verwandt war bei dem Bau von Kriegsmaschinen sowie au bei dem eines aufs 5. Wel hergerichteten Riesenschiffs für ihn thätig. Vgl. Fortman, De Hierone Ilieroclis flios (Zwolle 1835); Schneiderwirth, 4H. II. von Syrakus (Heiligenst. 1861).